Wie schreibt man einen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid?

Wer sich mit den Verkehrsregeln schon einmal angelegt hat und dabei erwischt wurde, für den dürfte die Erkenntnis nicht neu sein: Der Vorwurf einer Verkehrsordnungswidrigkeit kann einem teuer zu stehen kommen. So bitten die Behörden bei Geschwindigkeitsübertretungen und Co oft empfindlich zur Kasse. Ist der Bußgeldbescheid erst einmal ins Haus geflattert, stellen sich dem Betroffenen die entscheidende Fragen:

  • Trete ich den Weg der Buße anstandslos an und berappe die geforderte Summe?
  • Oder fühle ich mich in puncto Tatvorwurf oder Bußgeldsumme ungerecht behandelt?
  • Wage ich mich mit einem Einspruch aus der Deckung?
Beispielhafter Bußgeldbescheid
Beispielhafter Bußgeldbescheid

Einspruch erheben – aber wie?

Außer Frage steht: Bei aller guten und sorgfältigen Arbeit – auch den Verkehrsbehörden können durchaus Fehler unterlaufen. Wer das Begehen der Ordnungswidrigkeit bestreiten möchte oder die Bußgeldsumme als übertrieben erachtet, darf daher von Gesetzes wegen bei jedem Bescheid Einspruch erheben.

Leichter gesagt als getan? Mitnichten!

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich solch Anschreiben nicht von einem anderen Einspruch an eine Behörde.

Als Betreff sollte das Aktenzeichen erwähnt werden und der Begriff Einspruch. Das Aktenzeichen befindet sich auf dem Bußgeldbescheid. Beispielsweise könnte ein Betreff betitelt sein: „Einspruch gegen Bußgeldbescheid – Aktenzeichen: XYZ]. Gern können Sie statt  des Betreffs auch Ihren Einspruch im ersten Satz des Anschreibens formulieren. Ein Beispiel: „Gegen den mir zugestellten Bußgeldbescheid vom [Datum auf dem Bußgeldbescheid] erhebe ich hiermit Einspruch.“

Wichtig ist ebenso das Erstellungsdatum – je schneller Sie den Einspruch schreiben, umso schneller kann er bearbeitet werden.

Nach der höflichen Anrede folgt die Ihnen zur Last gelegte Schuld. Das könnte zum Beispiel folgendermaßen formuliert sein: „Im Bußgeldbescheid vom [Datum] werde ich einer Geschwindigkeitsübertretung im Raum [Ortschaft] beschuldigt.“ Es steht Ihnen frei, die Behörde zu zitieren. Sie müssen sich deshalb nicht neue Formulierungen einfallen lassen. Nachdem Sie die Ihnen zur Last gelegte Tat noch einmal beschrieben haben, folgt nun Ihre Gegendarstellung. Beschreiben Sie, warum Sie der Meinung sind, dass die Strafe zu hoch oder zu Unrecht erteilt wurde. Kurzum, schildern Sie den Vorfall aus Ihrer Sicht. Nach der Schilderung schließen Sie das Anschreiben möglichst höflich mit der Bitte um eine nochmalige Prüfung des Vorfalls. Danach folgen Grußformel und Ihre Unterschrift.

Ihr Einspruch sollte daher bestehen aus:

  • Ihren Daten (Adresse, Kontaktdaten)
  • der Adresse der Behörde, wenn Sachbearbeiter benannt, dann geben Sie ihn an
  • das Erstellungsdatum des Anschreibens nicht vergessen
  • Aktenzeichen
  • Begriff „Einspruch“, entweder im Betreff oder im ersten Satz des Anschreibens
  • Förmliche Anrede, wenn vorhanden, direkte Ansprache des Sachbearbeiters
  • kurze Benennung, was Ihnen vorgeworfen wird
  • Schilderung des Vorfalls aus Ihrer Sicht
  • Bitte um nochmalige Prüfung
  • Grußformel + Unterschrift

Mit Namen, Anschrift, Aktenzeichen, zur Last gelegtem Verhalten, Gegendarstellung etc. sollte ein solcher Antrag schnell ausgefüllt sein und die fristgerechte Einreichung des Einspruchs kein Problem darstellen. Allein für das sich anschließende Verfahren müssen Sie in aller Regel einen längeren Atem beweisen.

Ein Einspruch kann auch abgelehnt werden.
Ein Einspruch kann auch abgelehnt werden.

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